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Dieselfahrverbote, Wertverfall, Unsicherheit wegen des Software-Updates, Schadenersatz

Viele Städte reagieren auf die Überschreitung der Grenzwerte in der Luft mit Dieselfahrverboten.

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) und die Zulassungsstellen drohen mit Fahrzeugstilllegung, wenn Sie nicht innerhalb von 18 Monaten (nach Verfügbarkeit) das auf die Schnelle zu entwickelnde Software-Update aufspielen lassen.

Zahlreiche Betroffene klagen nach dem Aufspielen des Software-Updates (VW) über Nachteile (Ruckeln des Motors, unrunder Motorlauf, langer Nachlauf des Kühlers, Ausfall von elektronischen Systemen, Leistungsverlust, Mehrverbrauch, usw.). Diese Folgen sind bei den Software-Updates aus dem Hause Daimler nicht auszuschließen.

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Vorläufige Übersicht der betroffenen Modelle

Das Kraftfahrtbundesamt hat seine Prüfungen der Mercedesmodelle bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Den bisherigen Ermittlungsstand bzgl. entdeckter unzulässiger Abschalteinrichtungen möchten wir hier übersichtlich zusammenfassen. In den nachstehenden Modellen konnten unzulässige Abschalteinrichtungen gefunden werden, so dass diese Modelle vom Mercedes Abgasskandal betroffen sind:

Modell                                 Motortyp            Produktionszeitraum

Vito 1.6 Diesel                    OM622                 6/2015 – 6/2018

Vito 2.2 Diesel                    OM651                 9/2014 – 9/2016

C 180d                                OM626                 8/2014 – 5/2018

C 200d                                OM626                 8/2014 – 5/2018

C 180 BlueTEC                   OM626                 8/2014 – 5/2018

C 200 BlueTEC                   OM626                 8/2014 – 5/2018

C 220d                                OM651                 12/2013 – 5/2018

C 250d                                OM651                 12/2013 – 5/2018

C 220 BlueTEC                   OM651                 12/2013 – 5/2018

C 250 BlueTEC                   OM651                 12/2013 – 5/2018

GLC 220d                            OM651                 6/2015 – 6/2018

GLC 250d                            OM651                 6/2015 – 6/2018

G 350d                                OM642                 9/2015 – 12/2015

S 300 BlueTEC Hybrid        OM651                 12/2013 – 9/2016

S 300 Hybrid                        OM651                 12/2013 – 9/2016

ML 250 BlueTEC                 OM651                 8/2011 – 6/2015

E 350 BlueTEC                    OM642                 2/2013 – 12/2016

E 350d                                  OM642                 2/2013 – 12/2016

Sollten auch Sie vom Mercedes Abgasskandal betroffen sein und wollen Ihre Rechte wahren, dann kontaktieren Sie uns.

Den Rückkaufwert Ihres Mercedes kalkulieren Sie hier:

Vertrieb von LKW eingestellt

Daimler hat wegen auffälliger Abgas-Messwerte den Vertrieb eines Sechszylinder-Lkw-Motors vorläufig gestoppt. In einzelnen Betriebssituationen sei bei internen Kontrollen der Grenzwert für Stickoxid überschritten worden.

Ein Sprecher des Konzern erläuterte, dass es in den Diskussionen mit dem KBA um eine technische Funktion des Fahrzeug-Diagnosesystems gehe, welches die Abgasreinigung im Fahrbetrieb überwacht und den Fahrer über mögliche Fehlfunktionen informiert. Es gehe nicht um eine Software, die die Abgasnachbehandlung abschalte, betonte der Sprecher.

Mercedes mit Auslieferungsstopp von Dieselfahrzeugen

Der Autohersteller Daimler hat für mehrere Dieselmodelle einen Auslieferungsstopp bestimmt. „Nach einer ersten Einschätzung beträgt die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge in Deutschland einige Hundert Fahrzeuge“, sagte ein Daimler-Sprecher. Nach Informationen der Funke Mediengruppe sind Fahrzeuge der A-, B- und C-Klasse mit Vier-Zylinder-Motoren betroffen, die bis Ende Mai produziert wurden.

Am Freitagnachmittag wurde der Auslieferungsstopp an alle Mercedes-Benz-Händler als Mitteilung verschickt. Darin wurde wie folgt angeordnet: „Wir untersagen Ihnen, die betroffenen Fahrzeuge zuzulassen oder an Kunden auszuliefern, bis eine entsprechende Abhilfe in den Servicebetrieben verfügbar und an den Fahrzeugen umgesetzt ist.“

Begründet wird die gestoppte Auslieferung mit einer „möglichst schnellen und effektiven Verbesserung der Emissionen im realen Fahrbetrieb“. Zuerst müsse ein Software-Update durchgeführt werden, heißt es weiter in der Mitteilung.

Konkret betrifft der Auslieferungsstopp ein Modell der C-Klasse, in das ein Vier-Zylinder-Diesel mit 1,6 Liter Hubraum eingebaut ist. Ebenfalls betroffen ist ein Motor mit der Bezeichnung OM651. Er ist in den Modellen CLA, GLA, GLE sowie der A- und B-Klasse verbaut. Außerdem geht es um einen Sechs-Zylinder-Diesel, der in der G-Klasse verbaut wird.

Interessant daran ist, dass es sich hierbei um Fahrzeuge nach der Abgasnorm 6b handelt. Sollte hier etwa auch bei den Genehmigungen geschummelt worden sein?

Rückruf bei Daimler 774.000 Fahrzeuge betroffen

Daimler muss deutschlandweit 238.000 Fahrzeuge wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung zurückrufen.  Das KBA hatte 5 unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt, vgl. den Beitrag „Der Stern hat seinen Glanz verloren“. Der Bund werde unverzüglich einen amtlichen Rückruf anordnen, gab Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nach einem Gespräch mit Vorstandschef Dieter Zetsche in Berlin bekannt. Insgesamt seien in Europa 774.000 Fahrzeuge betroffen.

Nach Angaben des Ministeriums geht es neben dem Kleintransporter Vito, bei dem das KBA schon vorher eine unzulässige Abschalteinrichtung moniert hatte, nun insbesondere um ein Modell der C-Klasse sowie um eine Variante des sportlichen Geländewagens GLC.

Weitere Untersuchungen des KBA laufen.

Der Stern hat seinen Glanz verloren

Der Premiumhersteller Daimler ist in den Abgasskandal möglicherweise tiefer verstrickt als angenommen. Der Glanz des Stern ist verflogen.

Daimler nutzt in den Mercedes Modellen, wie andere Hersteller auch, eine Harnstofflösung (Adblue) zur Abgas-Reinigung bzw. Stickoxid-Ausstoß-Verringerung. Die harnstoffhaltige Lösung wird in den Katalysator gespritzt und verwandelt die gefährlichen Abgase in ungefährliches Wasser und Stickstoff.

Allerdings verschlechtert sich laut Prüfungen des KBA der Wirkungsgrad ohne erklärbaren Grund, sobald der Motor nach dem Start 17,6 Gramm Stickoxide ausgestoßen habe. In den USA wurde bereits eine Funktion namens „Bit 13“ festgestellt, die den Motor nach dem Ausstoß von 16 Gramm Stickoxid in den dreckigen Modus, der Länge des Highway-Testzyklus, schaltet. Die Software „Bit 15“ ist so programmiert, dass sie die Abgasreinigung nach 26 Kilometern herunterregelt, der doppelten Länge eines anderen Testverfahrens für Emissionsgrenzwerte in den USA. Zudem sollen die US-Ermittler eine Funktion namens „Slipguard“ entdeckt haben, die anhand von Geschwindigkeit und Beschleunigung erkennt, ob das Fahrzeug auf einen Prüfstand steht und die Adblue-Dosierung beeinflussen kann. Bei einer anderen Software-Funktion wechselt die Motorsteuerung bereits nach 20 Minuten in den schmutzigen Abgas-Modus, bei neueren Modellen nach knapp 33 Minuten Darin sieht das KBA unzulässige Abschalteinrichtungen. Inzwischen hat das KBA fünf solcher „unzulässigen Abschaltfunktionen“ bei Mercedes-Modellen entdeckt.

In Mails sollen Daimler-Ingenieure laut „Bild“-Zeitung selbst daran gezweifelt haben, dass die Programme legal sind. Intern soll der Konzern sie damit begründet haben, dass die Diesel sonst nicht das angegebene Wartungsintervall von 10.000 Meilen erreicht hätten. Daimler könnte die Adblue-Einspritzung über die vom KBA beanstandeten Motor-Programme heruntergeregelt haben, um das lästige Nachfüllen der Harnstoff-Tanks möglichst lange hinauszuzögern und seine Diesel-Autos mit höherer Reichweite hinsichtlich der Serviceintervalle für Kunden attraktiver zu machen. Häufiges Nachfüllen der Harnstoff-Tanks wäre nicht gerade ein Verkaufsargument für die Autos gewesen. Welche Absichten Daimler mit der Software wirklich verfolgte, lässt sich abschließend erst klären, sollte der Konzern wirklich gegen den Rückruf seiner Diesel klagen – oder die Staatsanwälte in Stuttgart Anklage erheben.

Derzeit wird dem Verdacht nachgegangen, dass diese Software-Funktionen in einem Großteil der neueren Diesel-Flotte (Euro 6) zum Einsatz kommen und fast eine Million Fahrzeuge betroffen sind.

Sind auch Sie vom Mercedes-Abgasskandal betroffen?

Falls Sie ein Dieselfahrzeug von Mercedes haben und nun Unsicherheit oder gar Angst wegen des Mercedes-Abgasskandal verspüren, helfen wir Ihnen gerne weiter.

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Abgasskandal bei Daimler weitet sich aus

Das KBA hat bei dem Vito eine unzulässige Abschalteinrichtung ausgemacht. Es beanstandet zwei Funktionen, die die Abgasnachbehandlung auf der Straße herunterregeln – im Kern derselbe Vorwurf wie bei VW. Daimler bestreitet das nicht, hat aber eine andere Rechtsauffassung. „Die Funktionen sind Teil eines komplexen Abgasreinigungssystems, das eine robuste Abgasreinigung bei unterschiedlichen Fahrbedingungen und über die Nutzungsdauer eines Fahrzeugs sicherstellen soll“, schreibt Daimler in einer Mitteilung. „Für das Bestehen des maßgeblichen Test-Zyklus NEFZ sind die in Frage stehenden spezifischen Programmierungen nicht erforderlich.“ Damit stützt sich der Konzern auf Bauteilschutz und bringt das Thermofenster wieder ins Spiel.

Folge war vorige Woche ein vom KBA angeordneter Rückruf von ca. 5.000 Mercedes Vito angeordnet.

Nach den neuesten Messungen des KBA geht der Verkehrsminister aktuell von bereits 750.000 betroffenen Mercedes-Autos mit manipuliertem Abgassystem aus.

Daimler hatte bereits im Februar seine Rückstellungen für rechtliche Risiken um weitere 1,2 Milliarden Euro auf die Summe von 17,2 Milliarden Euro aufgestockt.

Unzulässige Abschalteinrichtungen bei Daimler

Auch der Autobauer Daimler hat nach Ansicht des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) bei einigen Diesel-Fahrzeugen eine illegale Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung verwendet. Das KBA hat einen Rückruf von 4.923 Fahrzeugen des Transporter-Modells Vito angeordnet. Darunter sind laut Bundesverkehrsministerium 1.372 Fahrzeuge des Modells Mercedes Vito 1.6 l Diesel Euro 6 in Deutschland zugelassen.

Daimler steht im Abgasskandal nicht erst jetzt unter Druck. Die Justiz in Deutschland und in den USA ermittelt schon länger. Vergangenen Sommer durchsuchten Ermittler die Konzernzentrale und stellten Unterlagen sicher. Außerdem wurden Software-Updates für Millionen Fahrzeuge entwickelt. Anders als bei anderen Herstellern hatte es aber bisher keinen amtlichen Bescheid des Kraftfahrt-Bundesamtes gegeben, in dem die Behörde zu der Einschätzung kommt, dass Daimler auf unzulässige Weise bei der Abgasreinigung manipuliert hat.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will nun Aufklärung von Daimler-Chef Dieter Zetsche: „Ich habe wegen des Manipulationsfalls beim Mercedes Vito den Daimler-Vorstandsvorsitzenden bereits für diesen Montag ins Ministerium einbestellt“, sagte Scheuer dem „Spiegel“. Weiter sagte Scheuer: „Zudem habe ich sofort das Kraftfahrt-Bundesamt angewiesen, weiteren Verdachtsfällen bei Mercedes unverzüglich nachzugehen. Ich erwarte, dass Mercedes seinen Kunden gegenüber Klarheit schafft.“

Es bleibt demnach spannend, was das KBA bei anderen Daimler Modellen feststellen wird. Es ist unwahrscheinlich, dass unzulässige Abschalteinrichtungen nur in einem Modell vorkommen. Schließlich wird mit den Abschalteinrichtungen nur ein Zweck verfolgt: die Reduzierung der Stickoxide auf dem Prüfstand!

Brisant wird die Angelegenheit aufgrund des Verhaltens von Daimler in der Vergangenheit. So hatte der Daimler-Vorstandschef Zetsche bereits kurz nach Bekanntwerden des Abgasskandals bei VW betont, dass es in seinem Hause keine illegalen Abgas-Manipulationen gebe. „Wir halten uns grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben und haben keinerlei Manipulationen an unseren Fahrzeugen vorgenommen“, hatte er im September 2015 der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gesagt. Und auch später hatte Daimler stets betont, dass man sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen den Vorwurf illegaler Abschalteinrichtungen wehren werde. Diese Ausführungen entsprachen offenbar nicht ganz der Wahrheit.

Hamburg beginnt mit Dieselfahrverboten am 31.05.2018

In Hamburg werden ab dem 31.05.2018 die ersten Dieselfahrverbote in Kraft treten. Wie die Umweltbehörde am Mittwoch ankündigte, ist vom 31.05.2018 an eine Sperrung zweier Straßenabschnitte für ältere Dieselautos und Lastwagen geplant. Betroffen sind alle Diesel, die nicht die Abgasnorm Euro 6 erfüllen.

Dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge waren in Hamburg zum Jahresanfang insgesamt 264.406 Diesel-Pkw zugelassen. Davon erfüllten 96.356 Wagen die sauberste Euro-6-Norm, 80.803 die Euro-5-Norm, die anderen Euro 4 und schlechter. Betroffen sind von dem Fahrverbot in der Max-Brauer-Allee somit gut 168.000 Hamburger Pkw sowie alle anderen Diesel aus Deutschland und dem Ausland, die nicht die Euro-6-Norm erfüllen und nach Hamburg einfahren.

Klage gegen Deutschland wegen schlechter Luft

Die EU-Kommission will Deutschland und andere Länder wegen zu schmutziger Luft in Dutzenden Städten vor dem Europäischen Gerichtshof verklagen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Ungarn und Rumänien hätten es versäumt, sich für die Einhaltung der Grenzwerte für Feinstaub oder Stickoxide einzusetzen. Die Bundesregierung wurde ferner wegen ihrer Reaktion auf den Dieselskandal bei Volkswagen ermahnt.

Die Kommission hatte schon 2015 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland und andere Länder eingeleitet und die Regierungen immer wieder ermahnt.

In einem zweiten, Ende 2016 gestarteten Verfahren wirft die EU-Kommission der Bundesregierung im Abgasskandal massive Versäumnisse vor. Ein Vorwurf: Sie habe Volkswagen nicht für die Manipulation von Schadstoffwerten bei Dieselautos bestraft. Zudem habe die Regierung nicht ausreichend überwacht, dass die Autohersteller die Vorschriften einhalten.

Im jetztigen Verfahren startet die Kommission nun die nächste Stufe. Es geht nicht nur gegen Deutschland, sondern auch gegen Italien, Luxemburg und Großbritannien. Formal bezieht sich das auf die EU-Vorschriften für die Typgenehmigung von Fahrzeugen, die missachtet worden seien. Nach EU-Recht müssten die EU-Staaten „über wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionssysteme verfügen, um Autohersteller davon abzuhalten, gegen geltendes Recht zu verstoßen“. Bei den vier Staaten sieht die Kommission das nicht gegeben.

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